Geschichtliches

Streckenhandel

In einer Zeit, in der der Konsum und Handel praktisch einen Großteil der wirtschaftlichen Landschaft ausmachen, kann man sich vermutlich gar nicht mehr so richtig vorstellen, wie die Menschen zum Beispiel in der Steinzeit zurecht kamen. Mal abgesehen davon, dass sich die Menschen über einen sehr langen Zeitraum selber versorgten, indem sie auf die Jagd oder auch auf Fischfang gingen oder die benötigten Dinge einfach sammelten, lassen sich die ersten Anzeichen des Tauschhandels auf die Bronzezeit zurück datieren. Als die Menschen dann auch damit begannen, Mineralien zu Schmuckstücken oder anderen Deko-Objekten zu verarbeiten, kam schließlich auch noch der Fernhandel zum Tauschhandel hinzu, denn die Schmuckstücke wurden zum Teil in weit entfernte Gebiete geliefert. Darüber hinaus entwickelten sich im Laufe der Zeit auch Handelsstraßen, über die sowohl Kupfer, Zinn und auch Bronze in weit entlegene Gebiete transportiert wurden, um sie dort dann gegen etwas einzutauschen, was man im heimatlichen Gebiet selber nicht hat. Zu den Zahlungsmittel, auch Naturalgeld genannt, gehörten damals unter anderem auch Reis, Tee, Gewürze und Getreide, aber auch Tierprodukte. Tauschen konnte man eigentlich alles, was gerade vorhanden war und was man zudem auch entbehren konnte.

Bei den zu tauschenden Gütern spricht man auch vom so genannten Naturalgeld oder auch Naturalien. Der Naturaltausch führte irgendwann jedoch zwangsläufig auch zu Problemen, weil sich nicht immer zwei Tauschparteien finden ließen, die die Naturalien des jeweils anderen auch gebrauchen konnten. Und damit ein Tauschhandel auch zustande kommt, müssen sich die beiden Parteien ja immerhin einig werden. Um eine Lösung für dieses Problem zu finden, erfand man dann irgendwann das Naturalgeld, welches praktisch als Zwischentauschmittel fungierte. Als  Naturalgeld ließen sich eigentlich die unterschiedlichsten Dinge einsetzen – wichtig dabei war nur, dass sie möglichst haltbar, gut zu transportieren und auch selten waren. Die bekannteste Form des Naturalgeldes dürfte jedoch die Kaurimuschel sein, die auf einigen Südseeinseln übrigens immer noch ein anerkanntes Zahlungsmittel ist. Aber auch Metalle und Gewürze dienten als Naturalgeld.

Auch heute finden sich wieder viele Menschen, die sich so genannten Tauschringen angeschlossen haben. Dabei werden Dienste bzw. Dienstleistungen ebenso getauscht wie sämtliche andere Waren, wie zum Beispiel Bücher, Anziehsachen, Möbel und und und. Hier gibt es eigentlich nichts, was nicht möglich ist.  Als Plattform für diese Tauschgeschäfte eignet sich gerade in der heutigen Zeit natürlich ganz hervorragend das Internet, denn hier finden besonders viele Menschen zueinander.